Positiv denken – Aber Realist bleiben
Positiv Denken ist erst einmal gut. Aber wichtig dabei ist, dass man
auch Realist bleibt.
Ein ganz einfaches Beispiel: Meine Küche ist schmutzig.
Wenn ich dabei sage, ach, die Küche ist doch gar nicht so schmutzig und
das Problem löst sich schon irgendwie, dann ist das zwar positiv
gedacht, aber es entspricht nicht der Realität und ich befinde mich im
Selbstbetrug.
Wenn ich sage: Ich nehm mich zusammen und putze die Küche zwei Stunden
diszipliniert, dann ist das auch positiv gedacht, aber gleichzeitig
lösungsorientiert und zielorientiert. Und genau das macht den Unterschied.
Wenn ich in einer Lebenskrise stecke, dann kann ich in Selbstmitleid
fallen, das ist negativ gedacht. Ich kann sagen, na ja, es wird schon
alles wieder gut. Das ist positiv gedacht, aber unlogisch, da das Leben
mit dem Tod endet, wird nichts gut. Aber wenn ich sage, gerade diese
Krise wird mir dienen zu lernen, Kraft zu bekommen und wenn ich es
möchte, mich zu Gott führen, dann ist das positiv und realistisch.
Für die Gläubigen muss man hinzufügen, Römer 8,28 sagt, alle Dinge
dienen zum Guten. Aber das heisst nicht, dass alle Dinge gut sind, es
folgt der Nebensatz, „denen, die nach Vorsatz berufen sind“.
Das heisst übersetzt, wenn uns Gott mit Talenten und Gaben ausgestattet
hat, weil er uns für eine leitende Rolle bestimmt hat, dann kann es
schon einmal passieren, dass wir eine sehr harte Kindheit haben. Aber
wenn wir die Verbitterung und Wut darüber aufgearbeitet haben, dann sind
wir fähig zu leiten. Erstmal, weil wir Härte bekommen haben, zum zweiten
auch, weil wir wissen, wie es ist Leid erfahren zu haben.
Ich hörte in einem Vortrag, dass David und nicht Jonathan König wurde,
obwohl Jonathan den besseren Charakter hatte, weil es Jonathan an Härte
fehlte. David war Hirtenjunge und wurde von seinen Eltern vergessen.
Seine Kindheit war nicht so schön wie die von Jonathan, deshalb war er
auch der Härtere, der König sein konnte.
Ein gutes Beispiel aus der Tierwelt ist der Adler. Er ist dafür bestimmt
ganz oben zu fliegen. Aber er ist auch sehr einsam dort und hat nur ein
Küken im Nest. Wenn er seine Rolle einnimmt, einsam von dort oben das
Geschehen zu überwachen, dann macht er das, was ein Adler soll und ist
glücklich dabei.
Wenn er anfangen würde, auf die Hühner neidisch zu sein, die in einer
grossen Schar herumlaufen und viele Küken haben, dann wäre er sehr
unglücklich und auch nicht mehr realistisch, da viele Hühner in der
Legebatterie sitzen.
Aber es kann nicht nur Adler geben, es muss auch andere Vögel geben und
jedes davon hat seine Bestimmung.
So heisst es:
* Die Situation realistisch einschätzen
* Lernen zielorientiert und lösungsorientiert zu denken
* Wissen, dass auch harte Zeiten ihre Bestimmung haben
* Aufhören auf andere zu schauen, jeder hat sein Leben und es ist die
Vielfalt die uns reich macht.
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