Wünsche äussern – die Angst vor dem Ja



In China gibt es einen Spruch: *Mögen alle deine Wünschen in Erfüllung
gehen!*

Hört sich gut an, ist aber in China ein Fluch.

Warum fällt es uns so schwer, um etwas zu bitten und unsere Wünsche auch
zu sagen?




        Wir glauben, wir sind verwundbar wenn wir bitten

Oft bitten wir nicht um etwas, oder sagen was wir gerne möchten, da der
andere dann weiss, dass wir eine Not haben und sie ausnutzen könnte.

Da müssen wir uns fragen, *an wen* richten wir den Wunsch.

Wenn wir zu unserem Erzfeind damit kommen, ist es logisch, dass er sich
darüber lustig machen wird und es ausnutzt. Aber jeder hat einen Kreis
von Vertrauten um sich, wo er offen äussern kann, was er gerne möchte
und wovon er träumt.

Der Mensch hat dem Tier die Vorstellungskraft voraus. Er hat davon
geträumt zu fliegen und hat es auch gemacht. Und so brauchen wir uns
nicht davor zu scheuen, unsere Träume uns selber vorzustellen und sie
auch im Vertrautenkreis zu äussern.


        Wir wissen nicht, was wir wollen.

Bevor wir um etwas bitten oder einen Wunsch äussern müssen wir erst
einmal wissen, was wir überhaupt wollen.

Und daran scheitern viele, denn wenn sie *kein Ziel* haben, haben sie
auch keinen konkreten Wunsch, den sie äussern können.

Falls Ihnen immer noch nicht klar ist, was sie wollen,  *überprüfen Sie
ihre Ziele*.

Und sei es noch so an den Haaren herbeigezogen, was sie sich wünschen,
sie dürfen es äussern, auch wenn sie es nur für sich im Stillen im Gebet
äussern und hoffen, dass es sich irgendwann erfüllt.




        Wir glauben nicht, es auch zu bekommen.

Oft haben wir in der Vergangenheit Traurigkeit und Frustration erlebt,
weil wir um etwas gebeten haben, es aber nicht bekommen haben. Oder wir
denken, wir sind es nicht wert es zu bekommen.

Das raubt uns den Mut erneut zu bitten, weil wir Angst davor haben,
wieder ein Nein zu erhalten. Da hilft in die Stille zu gehen, darüber
nachzudenken, warum ein Nein kam, ob die Nicht-Erfüllung unseres Wunsche
damals vielleicht sogar etwas Gutes hatte und die Scheu und Angst zu
verlieren nochmal zu bitten.




        Wir haben Angst davor, es zu bekommen.

Das Problem ist, dass der Wunsch vielleicht Veränderung bringen könnte.
Natürlich möchte der Kranke gesund werden zum Beispiel. Aber wenn er das
ist, dann muss er auch morgens wieder aufstehen und zur Arbeit gehen. Es
ist interessant zu sehen, dass Jesus jedesmal wenn er heilte zuvor
fragte, ob der Kranke das auch möchte. Oder ein anderer wünscht sich
einen Partner. Aber das würde bedeuten, dass er dann mit dem
zusammenleben muss und auch noch vielleicht Kinder kommen, die eine
grosse Veränderung bringen würden. So stehen wir oft mit unseren
Wünschen und Träumen im Zwiespalt. Auf der einen Seite wäre das schon
schön, aber auf der anderen Seite… Wer das eine will, muss das andere
mögen, sagte ein guter Freund von mir immer.



Wenn wir Wünsche äussern wollen, müssen wir erst einmal klar haben, was
wir denn gerne haben möchten und die Angst vor einem Nein verlieren.

Es tut gut, seine List mit den Zielen herzunehmen und zu prüfen, was ist
mir wichtig und was möchte ich gerne und das dann auch an seine Umgebung
weiterzugeben. Und falls ein Nein kommt, dann gibt es tausend andere
schöne Dinge, die vielleicht noch besser sind, als das was wir geäussert
haben.

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