Der moderne Exhibitionismus



Man kennt sie noch, die psychisch kranken Männer, die mit einem langen
Mantel in der Dämmerung durch die Stadt laufen und wenn sie jemanden
treffen, den Mantel aufmachen und herzeigen was sie haben. Diese Form
des Exhibitionismus ist allgemein bekannt.

Aber es gibt auch die moderne Form des Exhibitionismus, den wir in
sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram finden, in dem junge
Mädchen ihre hübschen Gesichter ausstellen oder Leute Fotos ihrer
Urlaubsreise teilen, ohne sich bewusst darüber zu sein, in welche Gefahr
sie sich begeben, wenn sie ihre persönlichen Fotos öffentlich oder in
einem Freundeskreis, in dem sie nicht jeden kennen, teilen.

Oft werden alle ethischen Grundsätze verletzt, indem man
(halb)-Nacktfotos von den Kindern, Fotos die GePensar antes de
publicarwalt und sonstige Inhalte, die Minderjährige nicht sehen
sollten, darstellen und leider werden durch Falschpublikationen die
sozialen Netzwerke auch für den Rufmord missbraucht.

Was sind die Motive für den modernen Exhibitionismus?


    Sich selber von seiner Scheinwelt überzeugen

Viele Leute leben mit dem Problem des Selbstbetruges. Und sie sind sich
dessen bewusst, dass ihre Scheinwelt nicht mit der Realität
übereinstimmt. Anstatt gegen den Selbstbetrug anzugehen, veröffentlichen
sie den Inhalt ihrer Scheinwelt in den sozialen Netzwerken, um andere
erstmal daran teilhaben zu lassen und auch davon zu überzeugen, dass
ihre Scheinwelt eine Realität ist.

Da sich dahinter oft eine Not verbirgt, ist es besser den Begriff „Das
Bedürfnis anzugeben“ nicht zu benutzen.


    Das Bedürfnis zu schocken

Gerade Jugendliche leiden an dem Problem, dass sich ihre Eltern über
nichts mehr aufregen. Aber gerade der Jugendliche und auch jung
gebliebene Erwachsene haben das Bedürfnis, Grenzen auszutesten und
freuen sich darüber, wenn der andere dann geschockt darüber reagiert
oder ihm eine angemessene Strafe erteilt.

Andere grenzen sich durch ihre Publikationen von der allgemeinen
Gesellschaft ab und geben darin klar zum Ausdruck, wenn ihr der
normalen, unreflektierten Meinung folgt, dann mach ich mich über euch
lustig.


    Das Bedürfnis wahrgenommen zu werden

Die Gesellschaft wird jeden Tag anonymer und so mancher fragt sich im
Stillen, interessiert sich denn noch einer für mich. Hat das was ich
sage, überhaupt noch Bedeutung, kennt mich denn überhaupt noch jemand?

Oft wird auch wenn in dem persönlichen Umfeld die Kommunikation
gestorben ist, Zuflucht bei einer virtuellen Person gesucht, die einem
dann zumindest verbale Streicheleinheiten gibt.

Es werden immer wieder Berichte von depressiven Menschen gelesen, die
süchtig nach Likes in den sozialen Netzwerken wurden. Und das ist der
traurigste Grund, sie zu benuzen.

Es gibt aber noch zwei Gründe, die sozialen Netzwerke zu benutzen, die
nichts mehr mit Exhibitionismus zu tun haben und weswegen sie benutzt
werden sollten.



    Das Bedürfnis zu informieren

Hier fällt erst einmal der Bereich digitales Marketing hinein, dass
Firmen ihre Seite haben, in der sie den Kunden informieren, was sie
anzubieten haben und auf der sie auch direkten Kontakt mit dem Kunden
ohne grossen Aufwand halten können.

Auch Informationen darüber, was gerade in der Stadt und in der Umgebung
passiert, oder eine Gruppe, in der man sich gegenseitig über ein
gemeinsamens Hobby informiert sind sehr nützlich.


    Das Bedürfnis zu unterhalten

Viele nehmen die sozialen Netzwerke einfach nur zur Entspannung her.

Sie unterhalten durch lustige Bilder andere und finden es auch lustig,
andere lustige Bilder zu sehen.

Da soziale Netzwerkseiten oft mit Spielen ausgestattet sind, kann man
sie dadurch gut als Unterhaltungsmedium verwenden.

Leider ist das auch der Personenkreis, der sich köstlich darüber
amüsiert, wenn derjenige, der an Einsamkeit leidet, sein gesamtes
Intimleben preisgibt und geben extra viele Likes, damit er nicht aufhört
zu veröffentlichen.


    Vor dem Veröffentlichen

Bevor Sie nun einen Beitrag veröffentlichen sollten sie kurz die
folgenden Punkte überdenken:

  * Ist das was ich poste interessant für andere? Sie können den Beitrag
    auch als privat posten und als Tagebuchnotiz stehen lassen.
  * Begebe ich mich in eine Gefahr, wenn ich diese Information teile?
    Können die Daten, die ich zur Verfügung stelle von Dritten
    missbraucht werden?
  * Wem möchte ich das was ich poste sagen? Wäre es nicht netter, eine
    Direktnachricht an den Betreffenden zu senden, so dass er die
    Nachricht im Postfach hat und sich nicht durch den Dschungel der
    Publikationen durchwühlen muss um sie zu bekommen?

Dann hoffen wir mal, dass die sozialen Netzwerke zielorientierter und
informativer werden….

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